den definiert wer?
z.b. lt. duden wird transe nicht als schimpfwort definiert sondern als jargon was maximal eine ungepflegte Ausdrucksweise ist.
woran soll man sich nun halten
Sorry Sandra aber ich verstehs nun nicht wirklich warum du diesen Ausdruck verteidigen suchst aber ok...
Nichtsdestotrotz:
Die Definition von einem Maledictum ist sicherlich Kontextabhängig und vielleicht auch schwer einzugrenzen jedoch gibt es ein paar grundlegende Regeln und Definitionen wo ein Wort als Schimpfwort angesehen werden kann. Diese inkludieren unter anderem Vulgarismus, diskriminierend und Sterotypisierung.
Alle diese 3 Dinge sind beim Wort "Transe" erfüllt. Ebenfalls beim Wort "Schwuchtel" genauso wie beim Wort "Schlampe".
Im alltäglichen Gebrauch wird "Transe" "Schwuchtel" "Schlampe" etc nicht neutral eingesetzt sondern aggressiv/abwertend.
Dazu ergibt sich eine auf.-, abwertende oder neutrale Wortverwendung aus der Konnotation, sprich bei dem was bewusst oder unbewusst noch mitschwingt. Allgemein wurde und wird Transe im Alltag hier eine abwertende Konnotation zugesprochen.
"Guck mal ne Transe.." "Das is sicher ne Transe..?" oder aus einem aktuellen Fall aus einem Diversitätsprospekt der abgestraft wurde: "Unser Diversitymanagement zeichnet sich besonders aus, unter anderem stellen wir auch Transen ein."
Darüber hinaus obliegt es wohl der angesprochenen Gruppe/Person zu entscheiden was abwertend ist oder als abwertend empfunden wird.
Abseits von diesem Forum hier kenne ich sehr viele Transsexuelle Personen und ich kann dir versichern das die überwiegende Mehrzahl "Transe" nicht als neutral empfindet.
Last but not least bleibt es letztlich der Judikatur vorbehalten die Letztentscheidung sozusagen zu fällen und hier wurden all diese Wörter mittlerweile mehrfach als Beleidigung und Beschimpfung nach §115 StgB eingeordnet und als Diskriminierung nach Geschlecht und zwar vollkommen unabhängig vom Kontext sondern alleine durch die ständige, wiederholte oder überwiegende Verwendung der Wörter um eine Person anzusprechen.
Wie schon x-mal nun eingewendet mag es schon sein das Du kein Problem mit dieser Bezeichnung hast oder selbst "einige" hier kein Problem damit haben.
Dies ist aber bitte nicht gleichzusetzen mit "weil einige kein Problem damit haben ist es ok...". Wenn wir dieser Argumentationslinie folgen können wir zukünftig alle Wörter wieder einsetzen im alltäglichen Umgang weil irgendwo gibt es immer "einige" die meinen mit Wort x oder Wort y kein Problem zu haben.
Die gleiche Argumentationslinie wird unter anderem vom rechten Rand verwendet um gewisse Begriffe wieder salonfähig zu machen.
lg Ashlita
Nachtrag: Es hat durchaus einen Grund warum mittlerweile überall gewisse Wörter bzw deren Verwendung im Alltag aktiv "bekämpft" werden. Solange die Wörter als "ok" und gesellschaftstauglich gelten werden auch die darauf folgenden Diskriminierungen und Probleme nicht weniger bzw als "ok" und gesellschaftstauglich angesehen. Bestes Beispiel hierfür das Wort "schwul" was nach wie vor in der Gesellschaft häufig als Schimpfwort und abwertend verwendet wird insbesondere unter Jugendlichen. Hier wird homophobie indirekt einfach durch die missbräuchliche und abwertende -verwendung des Begriffes gefördert und salonfähig gemacht.
Sprache ist wohl die offensichtlichste Ausdrucksform was einer Gesellschaft oder Kultur wichtig ist und wie schon Wittgenstein aufgezeigt hat "Die Grenzen meiner Sprache sind die Grenzen meiner Welt" oder um es anders zu formulieren: "Was ich in meiner Sprache ausgrenze oder abwerte hat in meiner Welt keinen oder nur geringen Platz/Wert"
Insofern ist es durchaus wichtig welche Formen der Sprache man als "aktzeptabel" einstuft weil es eben auch Auswirkungen hat.