was lest ihr gerade? - der literaturthread!

Na da hat Ziggy den thread ja ganz schön belebt! :daumen:

@eiskristall: bin gespannt, ob dir Stieg Larrsson auch so gut gefällt wie mir - ich muss mir unbedingt die beiden anderen Bände besorgen, finde ihn wirklich ausgesprochen gut! :daumen:

@salome: Glattauers Bücher sind wirklich nett! Du hast recht - das Ende des zweiten ist recht platt, aber zweimal kein Happy-End geht wirklich nicht ;)
Und ich fang jetzt meinen nächsten Terry Pratchett an, hab jetzt wegen Ziggy auch nachgezählt, es ist erst mein elfter, zwölfter und dreizehnter ;) ...aber diesmal keine Scheibenwelt-, sondern Johnny-Maxwell-Romane... und gleich 3 in einem Band... wird also etwas dauern, bis ich mal wieder was hier schreibe :mrgreen: :winke:
 
Da fällt mir ja grad auf, ich hab "Die Erotik des Betens - eine mystische Gebetsschule mit Mechthild von Magdeburg und Rumi" von Christoph Quarch noch gar nicht vorgestellt. Ein wundervolles Buch, dem ich meine derzeitige Signatur verdanke.

Was haben Erotik und Beten miteinander zu tun? Sehr viel, meint Christoph Quarch in diesem Buch. Er geht zurück in die griechische Mythologie und stellt sich die Frage, wo aus dem Eros "nur" mehr die Caritas geworden ist. Er versucht sich in einer klaren, bestechenden, philosophisch-theologischen Abhandlung, in der Beantwortung der Frage, wer denn dieser Gott Eros, der immer mit der Göttin der Schönheit dargestellt wird, war und heute sein kann.

Zum mystischen Sprechen, so Quarch, gehören Worte der Liebe, der Hingabe, der Verschmelzung und der Ekstase. Diese mystische Gebetsschule übt über zauberhafte Texte der deutschen Mystikerin Mechthild von Magdeburg und des persischen Sufi-Poeten Rumi erotisches Beten für heute ein.

Ich hab nicht nur dieses Buch ganz spannend gefunden, sondern auch den Autor bei der Buchpräsentation persönlich kennen lernen dürfen. Ich zitiere ihn hier:

"Unsere Kultur leidet unter einem Mangel an Erotik. Hingabe, Leidenschaft, Poesie und Zärtlichkeit gelten in ihr nicht viel. Entsprechend karg und seelenlos erscheint oft das Leben – eingespannt zwischen Leistungsdruck, Effizienzdenken und den kleinen Freuden aus Konsum und Zerstreuung. Doch die Sehnsucht hört nicht auf: die Sehnsucht nach dem großen Glück. Aber wo ist es? – Es schlummert in uns selbst. Es erwartet uns in unserer Seele – jenem Zauberreich des Lebens, das uns so nah ist und dem wir in uns in unserem von Sorgen und Ängsten geplagten Alltag doch meist verschließen. Eine zeitgemäße Spiritualität muss deshalb Wege weisen, die in die Seele führen. Und sie muss Kraftquellen öffnen, die uns auf diesem Weg beflügeln. Die Kraftquelle auf dem Weg zur Seele ist Eros: die leidenschaftliche Hingabe ans Leben, die uns nicht nur mit unserer eigenen Seele in Berührung bringt, sondern uns zuletzt noch über uns selbst hinaus trägt zu Gott."


Sowohl das Buch, als auch er selber geben ein leidenschaftliches Plädoyer für ein Leben der Hingabe, der Ekstase, der Sehnsucht, der Schönheit, der Poesie und der Berührbarkeit. Wie wundervoll!
 
Ich bin gerade mit dem Buch "Hit-Single" von Judith Liere fertig geworden.
Hier beschreibt der Satz "Fuck the pain away?" den Inhalt kurz und sehr präzise.
Es geht um eine Studentin, ihrer gerade gescheiterten langjährigen Beziehung und den Versuch, den aufkommenden Liebeskummer mit Rotwein, Wodka und OneNightStands zu lindern.
Mit den 206 Seiten und dem leichten Schreibstil, ist es eine angenehm zu lesende "Bettlektüre" ;) mit einem Fabel für Mafia-Filme und leicht zynischem Humor.
Viel Spaß beim lesen :winke:
 
oft lese ich mehrere bücher parallel (was nicht heißt, dass ich alle beende). zur zeit bin ich dran an:
tony godfrey: conceptual art mit vielen schönen fotobeispielen vom dadaismus als vorläufer bis zur gegenwart
martin lüdke (hg.): "theorie der avantgarde". antworten auf peter bürgers bestimmung von kunst und bürgerlicher gesellschaft[/B], wo versucht wird, gegenpositionen zu bürgers 1974 erschiener avantgardekritik einzunehmen
andreas reckwitz: das hybride subjekt, wo reckwitz das entstehen unserer hegemonialen postmodernen westlichen subjektkultur durch den einfluss vergangener- und gegenwärtiger kultureller gegenströmungen begreift. stellenweise etwas langatmig, stellenweise sehr spannend.
goethe: italienische reise. ziemlich faaad...
shakespeare: richard 3. großartig!

das wars in aller kürze. vielleicht mehr darüber in nächster zeit.
 
Alessandro Baricco mag ich zB sehr gerne - sein Buch "Seide" ist eine zarte, melancholische, stille, poetische (Liebes-)Geschichte, die sich auch beim Ende treu bleibt. Es bleibt eine melancholische, nachdenkliche Stimmung.

Auch Bariccos "Novecento" - die Legende des Ozanpianisten, ist für mich ein wunderschönes kleines Büchlein indem jedes Wort zauberhaft und intensiv zu beschreiben vermag. Kaum jemals habe ich eine so wundervolle Beschreibung von Musik gelesen, wie in dieser Geschichte eines besonders skurrilen Pianisten.

Dem kann ich nur zustimmen, auch für mich ein ganz fantastischer Autor, von dem ich alle Bücher besitze!

Falls noch nicht bekannt, das neuste Buch von Barrico "Diese Geschichte" ist meine Ansicht nach ebenfalls sehr zum empfehlen!
 
Ich lese gerade:

Der Arschloch-Faktor: Vom geschickten Umgang mit Aufschneidern, Intriganten und Despoten in Unternehmen

Wenn man in einigermassen grösseren Betrieben arbeitet(spez. in einer "etwas höheren" Ebene), wird man wissen worum es in dem Buch geht und dem wird einiges bekannt vorkommen und er wird etwas zu lachen haben.
 
ARTO PAASILINNA - Adams Pech die Welt zu Retten

Arto Paasilinna ist der populärste Schriftsteller Finnlands und Vielschreiber, über 40 Romane wurden bisher veröffentlicht.

Zum Buch: Adam erfindet einen winzigen Akku der Strom im Überfluss liefert. Um die Erfindung zu Vermarkten fehlt Adam jedoch das Geld. Er trifft auf die Rechtsanwältin Eva die sich um ihn annimmt. Die neue Erfindung stösst jedoch nicht nur auf Gegenliebe. Ölmultis setzen auf Adam einen Killer an.

Ein witziges Buch, ohne viel Tiefgang, einfach zu lesen.

Empfehlenswert :daumen:
 
ARTO PAASILINNA - Adams Pech die Welt zu Retten

Arto Paasilinna ist der populärste Schriftsteller Finnlands und Vielschreiber, über 40 Romane wurden bisher veröffentlicht.


Ein witziges Buch, ohne viel Tiefgang, einfach zu lesen.

Empfehlenswert :daumen:

Paasilinna ist nett, hat einen skurrilen Humor. :daumen:
 
Ich habe in den letzten 3 Tagen "Frau Paula Trousseau" von Christoph Hein verschlungen. Ich gebe es zu: grundsätzlich stehe ich Büchern sehr, sehr skeptisch gegenüber, die aus der Sicht von einer Frau von einem männlichen Autor erzählt werden. Aber Christoph Hein schafft das bravourös, was mich völlig beeindruckt.

Das Buch beginnt mit dem Selbstmord von Paula Trousseau, einer Malerin, die in den 70er/80er Jahren in der DDR lebt. Sie flüchtet von ihrem tyrannischen Vater und der alkoholkranken Mutter sehr früh in eine lieblose Ehe. Sie zeigt aber großen Mut und Widerstand, verschiebt die Hochzeit, weil am geplanten Termin die Aufnahmeprüfung an der Kunsthochschule angesetzt ist. Sie wird aufgenommen, heiratet. Der Mann schwängert sie, indem er einfach einige Pillen mit Placebos vertauscht. Sie studiert trotzdem, sorgt für ihre Tochter, arbeitet hart. Als sie sich von ihrem Mann scheiden lässt, wird ihr ihre Tochter Cordula weggenommen, der Ex-Mann verhindert jeden Kontakt. Diesen Lebensbericht schreibt Paula für ihre Tochter Cordula auf. Die Tochter konnte ihr die Trennung nie verzeihen und gibt konsequenterweise das Manuskript ungelesen zurück.

Paula wird vom schüchternen, ängstlichen Mädchen zur mutigen, widerständischen Frau, die seltsam unpolitisch zu sein scheint. Sie hat kaum FreundInnen, hält nicht viel von der Liebe, lebt eigentlich nur für ihre Malerei. Hein erzählt das Leben dieser Frau psychologisch schlüssig. Sie scheitert mit ihrem Lebensentwurf, wie sie an den Verhältnissen in der DDR scheitert, als Frau und als Künstlerin. Ein für sie wichtiger Freund (wahrscheinlich der wichtigste Freund) hatte sie einst mit der Begründung verlassen, sie sei unfähig zu lieben. Diese Diagnose, nur zu früh gestellt, bewahrheitet sich im Laufe der Jahre immer mehr. Dabei zeigt sich Paula, alles andere als prüde, auch lesbischen Beziehungen gegenüber offen. Sie lebt immer wieder mit Männern, verliebt sich aber nie mehr. Als sie wieder schwanger wurde, trennte sie sich vom Vater ihres Sohnes, ohne diesem von der Schwangerschaft zu erzählen: dieses Kinde würde ihr keiner mehr nehmen. Sie liebte ihren Sohn abgöttisch, suchte eine Vaterfigur für ihn. Als der Sohn sein Studium abgeschlossen hatte, tritt sie ihre letzte Reise an: nach Frankreich, wo sie sich das Leben nahm.

Ein wunderschönes, faszinierendes Buch über das Leben einer besonderen Frau: einer Künstlerin, einer Frau, die immer wieder gebrochen wurde, sich ihren Stolz nie nehmen ließ, aber letztendlich an ihrem Lebensentwurf, an ihren Verletzungen, an den politischen Rahmenbedingungen scheiterte.

Aus ihrem Abschiedsbrief:
"Ich wünschte, ich wäre nur irgendein Mädchen gewesen, nicht hübsch, nicht begabt und vor allem ohne Träume. Es wäre mir leichter geworden, den Nachstellungen und Verleumdungen zu entgegen. Es hätte mir vielleicht die Kraft gegeben, mich zu wehren. Verzeih mir, Michael, verzeih mir, du mein Einziger, aber ich habe mein Leben einige Jahre länger getragen, als ich es ertragen konnte. Das solltest du mir zugutehalten, mein Junge."
 
Vince Eberth - Denken sie selbst

Vince Eberth ist deutscher Physiker und Kaberettist.
Keine Ahnung warum ich mir das Buch gekauft habe, ich hätts auf jeden Fall besser lassen soll.

Ist eine aneinanderreihung deutscher Karlauer (sagt man glaub ich) die - für mich zumindest - überhaupt nicht lustig sind und die Kapitel sind total Zusammenhanglos.

Vielleicht liegts ja auch daran das ich mit deutschem Humor eigentlich wenig bis nix anfangen kann.

Auf jeden Fall hab ich das Buch mindest 7 mal wegglegt, mich dann aber doch bis zum Ende durchgequält.
 
...wenn nicht jeder blödsinn gedruckt würde... :mrgreen:


...Physiker und Kabarettist...

:roll: ...lehrer - für die forschung hat´s nicht gelangt...

...und unterrichten ist einfach mega "stressig"... :mrgreen:




:lehrer: ...und je geringer der intelligenzabstand zum eigenen publikum, umso erfolgreicher... :kopfklatsch:
 

tsts, sollte da nicht auch eine kleine rezension dabei stehen, so in etwa:

nettes, leicht zu lesendes buch - ideal für den sommer.

inhalt: das übliche - beschwörung der älteren azatoth, hastur, cthulhu und anderer; zerstörung allen menschlichen seins; menschenopfer in vielen variationen

ein sommerbuch halt :mrgreen:
 
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