Zerrissenheit

Es gibt immer wieder Augenblicke im Leben, wo man sich entscheiden muss. ....Mich sexuell austoben und ganz tief in mir wünschen, es dauert ewig!

Gratulation - super Threadtitel und klare, nachvollziehbare Gedanken! :)

Ich weiss nicht, ob Männer auch so empfinden ...

Mir geht´s oft auch so. Mit zunehmender Reife muss aber einfach immer mehr Gefühl dabei sein - obwohl anonyme Situationen wahrscheinlich (zum Druckablassen) immer auf eine gewisse Art reizvoll bleiben werden. :daumen:
 
Ich weiss nicht, ob Männer auch so empfinden ... Ich denke, bei ihnen steht körperliche Befriedigung doch mehr im Vordergrund, zumindest, so lange sie noch relativ jung sind. Einen ausgesprochenen Hang zu Emotionalität und bodenständigen Werten im Zusammenleben entwickeln sie vermutlich erst, wenn sie bissi älter werden ... ;)

Wenn ich körperlich befriedigt werden möchte, weiss ich selbst am besten wie das geht und brauche dazu keine Frau.

Sex wird erst durch Gefühle - und das muss nicht unbedingt Liebe sein - so richtig schön. Es ist stimmt sicher, dass sich die Wertigkeiten mit dem Alter und der Erfahrung in diesen Dingen ändern, aber grundsätzlich war für mich die emotionale Seite schon immer wichtig. Nur einmal habe ich in jungen Jahren dem Drängen einer Frau nachgegeben und mit ihr gef....., obwohl ich für sie nichts empfunden habe. Ich hab mich zwar anschliessend nicht schlecht gefühlt, aber ein schöner Abend mit mir und meiner rechten Hand hätte mir mehr gebracht. ;)

LG
Bulsara
 
ich bin schon so zerrissen, dass mir zu diesem thema, das mich sehr stark anspricht, die worte fehlen, ich muss es erst einmal verfolgen, um was schreiben zu können...:traurig:
 
... Wer die Liebe sucht und findet wird auch guten Sex haben , und das ist dann noch immer unwichtig...
So hab ich auch mal gedacht, bis ich die große Liebe gefunden habe und trotzdem meilenweit weg war von gutem Sex. Das heißt - "gut" war er schon, da es ja mit einem, mit *dem* geliebten Menschen war, und ja, wenn die Liebe glüht, überstrahlt sie alles andere und es ist trotz allem einfach nur schön. Weil es ist die geliebte Frau und das wichtigste ist sie, ihre Nähe, ihre Zärtlichkeit, ihre Zuwendung, einfach das Zusammensein mit ihr und alles andere ist Nebensache oder wird sich von selbst ergeben. Aber die Jahre vergehen und unmerklich aber stetig macht sich der eine oder andere Wunsch dann doch bemerkbar, bleibt unbeachtet, unerfüllt, läßt zwar nicht an der Liebe selbst, aber doch am Verlangen zweifeln, zehrt am Selbstwertgefühl, wirft einen zurück, läßt die Nächte allein auf seiner Seite des Bettes immer unerträglicher werden und der Frust frißt unmerklich aber bestimmt die Liebe Stück für Stück langsam auf..... :cry:
 
So hab ich auch mal gedacht, bis ich die große Liebe gefunden habe und trotzdem meilenweit weg war von gutem Sex. .....

Au - auch wahr und so richtig beschrieben - könnte fast "mit-:cry:"... Schalte deswegen sogar meine böse Signatur aus bei diesem Beitrag!
 
Muss Grancorona vollkommen inhaltlich recht geben.
Glaubte auch in jungen Jahren, wenn es Liebe ist, ist das Sexuelle nicht so wichtig. Die Zeit lehrt uns meist etwas anderes.
Wenn die erste Verliebtheit vergeht wird die sexuelle Übereinstimmung immer wichtiger, im Alltag gibts genug Probleme da sollte es einen Punkt in der Partnerschaft geben der absolut stimmt.
 
Ich finde das es heutzutage auch das Problem ist das sich Viele die absolute Perfektion von ihrem Partner erwarten.

Sie wollen einfach das ihr Partner in jeder Hinsicht all ihren Vorstellungen entspricht, und all ihre Wünsche erfüllt.

Natürlich werden solch hohe Erwartungen in der Regel kaum erfüllt, und dann gehen die Beziehungen in Bruch, und die Leute sind unglücklich und machen sich weiterhin auf die Suche nach Etwas das es so nicht wirklich gibt.

Und um so mehr sie es nicht finden um so unglücklicher werden sie.

Aber was eben auch wichtig ist in einer Beziehung sind Kompromisse.

Verzeih, aber was du da schreibst, tönt so bissi, als hättest du die Weisheit gepachtet... ist aber durchaus nicht böse gemeint ... ;)

Nach vielen (schönen und treuen) Jahren in einer Partnerschaft weiss ich wohl, dass man Kompromisse für ein funktionierendes Zusammenleben braucht...

Trotzdem würde ich sie niemals auf Gefühlsebene eingehen. Ich könnte mit einem Partner leben, der seine Gefühle eventuell nicht zeigen oder artikulieren kann, aber auch nur dann, wenn und solange ich felsenfest weiss, dass seine Basis auch die meine ist....
 
Nein das ist nur das was ich halt so empfinde wenn ich mir die Jüngeren heutzutage so anschaue, und man sich mit ihnen unterhält was sie sich so von einer Partnerschaft erwarten.
Ist natürlich jetzt nicht grundsätzlich gemeint, sondern halt so eine Vermutung.
Und hier gehts ja mehr darum ob der Sex genauso erfüllt wird wie man das möchte.
Und ob das eben wichtiger ist als Gefühle, also ob man da dann nicht vielleicht doch Kompromisse eingehen sollte wenn sonst Alles stimmt.

Also zumindest verstehe ich den Thread so.
 
So hab ich auch mal gedacht.....
... Aber die Jahre vergehen und unmerklich aber stetig macht sich der eine oder andere Wunsch dann doch bemerkbar, bleibt unbeachtet, unerfüllt, läßt zwar nicht an der Liebe selbst, aber doch am Verlangen zweifeln, zehrt am Selbstwertgefühl, wirft einen zurück, läßt die Nächte allein auf seiner Seite des Bettes immer unerträglicher werden und der Frust frißt unmerklich aber bestimmt die Liebe Stück für Stück langsam auf..... :cry:


Ein sehr tiefgründiges, wenn auch trauriges Posting, das mich sehr nachdenklich macht...

Das ist die Kehrseite der Medaille, aber ganz bestimmt auch Zerrissenheit, wenn nicht gar die grössere, als hier generell angesprochen...

Der eine konsumiert bis zur Sucht, um zu finden oder auch zu verdrängen, was er sucht und nicht findet... und der andere glaubt, gefunden zu haben, was ihm entspricht, will diese Liebe mit all seinen Werten leben - und es funktioniert erst wieder nicht auf lange Sicht...

*Seufz... es ist alles nicht so leicht... :hmm:
 
Gleich vorweg, freue mich, dass es hier Anteilnahme an verfasste Beiträge gibt. Dankeschön!

Ich habe das mit Freude verfolgt und selbstverständlich auch aufmerksam gelesen. Besonders interessant finde ich die unterschiedlichsten Interpretationen. Daran habe ich wieder einmal bemerkt, dass es nicht einfach ist, seine tatsächlichen Befindlichkeiten verbal oder schriftlich zu dokumentieren. Der Disput zwischen Liebe und Sex ist äußerst komplex. Es beschäftigt mich grundsätzlich nicht die Entscheidung zwischen diesen beiden Stati . Diese schon seit Beginn der Menschheit bewegenden Begriffe, welche unzählige Geschichten, Dramen, Kriege und viele andere Auswirkungen auf Historie der Welt hatten und noch immer haben. Und natürlich, welche für fast jeden von uns, mindestens einmal im Leben eine besonders schmerzvolle Erfahrung mit sich bringt.
Vielleicht denke ich deshalb so sehr darüber nach, weil ich mir nicht sicher bin, ob eine derartige Triebhaftigkeit und das Verlangen nach Erotischen tatsächlich die reine Lust ist, oder doch eine Flucht. Aber besser als anderen Obsessionen nachzugeben, und vielleicht gar zu Saufen, Drogen zu nehmen, der Spielsucht verfallen oder was weiß ich, was alles noch sehr prekär sein könnte. Da entfliehe ich lieber in die zauberhafte Welt der Erotik und schwebe für ein paar Augenblicke weit weg. Denke mal eine Phase der Weiterentwicklung auf der unendlichen Reise in meinem Leben. Auf der Suche…nein … Umschau …nach der Umarmung bis an mein Lebensende!
 
Ja aber wieso schreibst du das nicht in den anderen Thread, sondern eröffnest jetzt extra einen zweiten Thread zum selben Thema?
 
..oh, tut mir Leid, ich habe noch nicht wirklich durchschaut wie das alles hier unkompliziert funktioniert, sorry...soll heißen...wie geht das?
So wie ich auch nicht weiß, wie ich mit einem Zitat antworte (direkt) oder wie ich Bilder aus der Fotogalerie löschen kann.
Vielleicht kannst Du mir da bitte weiter helfen, vielen lieben Dank!
 
Es ist einfach toll wie du so schreibst! :daumen:
Ich würde mir da nicht so viele schwerwiegende Gedanken machen. Jedenfalls wie du schon sagtest ist es besser sich hier auszutoben als auf dem Gebiet von Drogen & Alkohol.
Ansonst würde ich es einfach mal so weiterlaufen lassen und mal schauen was als nächstes kommt. Ich glaube alles im Leben hat seine Zeit und zu seiner Zeit auch seine Berechtigung. Am Ende ergibt dann alles seinen Sinn. Dem kommst gar ned wirklich aus.
 
So hab ich auch mal gedacht, bis ich die große Liebe gefunden habe und trotzdem meilenweit weg war von gutem Sex. Das heißt - "gut" war er schon, da es ja mit einem, mit *dem* geliebten Menschen war, und ja, wenn die Liebe glüht, überstrahlt sie alles andere und es ist trotz allem einfach nur schön. Weil es ist die geliebte Frau und das wichtigste ist sie, ihre Nähe, ihre Zärtlichkeit, ihre Zuwendung, einfach das Zusammensein mit ihr und alles andere ist Nebensache oder wird sich von selbst ergeben. Aber die Jahre vergehen und unmerklich aber stetig macht sich der eine oder andere Wunsch dann doch bemerkbar, bleibt unbeachtet, unerfüllt, läßt zwar nicht an der Liebe selbst, aber doch am Verlangen zweifeln, zehrt am Selbstwertgefühl, wirft einen zurück, läßt die Nächte allein auf seiner Seite des Bettes immer unerträglicher werden und der Frust frißt unmerklich aber bestimmt die Liebe Stück für Stück langsam auf..... :cry:

Wunderschön gesagt, und absolut richtig. Die Verliebtheit überstrahlt alles und der Alltag deckt es wieder auf. Und auf einmal wachst du auf und fragst dich was du hier im Bett mit einer Fremden machst.

LG
Bulsara
 
..... Da entfliehe ich lieber in die zauberhafte Welt der Erotik und schwebe für ein paar Augenblicke weit weg. Denke mal eine Phase der Weiterentwicklung auf der unendlichen Reise in meinem Leben. Auf der Suche…nein … Umschau …nach der Umarmung bis an mein Lebensende!

:daumen: Ach ja. Schon wieder schön formuliert. *seufz* :)
 
Es ist einfach toll wie du so schreibst! :daumen: Am Ende ergibt dann alles seinen Sinn. Dem kommst gar ned wirklich aus.

Vielen lieben Dank! Ja, die Kreise schließen sich immer irgendwann einmal. Man muss nur geduldig sein. Das scheint meine größtes Problem zu sein, die Ungeduld. Jedoch nach 45 Jahren Warten auf die Liebe, wird es vielleicht mal Zeit ;)
 
Ich kann nur für mich selbst sprechen. Manchmal erlebe ich bei anderen Männern einen Hauch von dieser Problematik, einige meiner Schulfreunde haben mit einem sehr konservativen Ansatz (eine Beziehung fürs Leben) durchaus gute Erfahrung gemacht. Mir wäre diese Möglichkeit ebenfalls offengestanden, ich hatte meine Frau geliebt und der Sex war ebenfalls ok.
Wir lebten aber trotz Verheiratetsein eine relativ freie Beziehung - das waren eben die Siebzigerjahre. Ich hatte immer das Gefühl, dass da noch mehr sein müsste, wobei es bei mir weniger um den Sex als um eine "esoterische" (heute muss ich mich schon sehr wundern über mich) Bereicherung ging.
Im Endeffekt hat mich dann eine Frau mit ihrer Intelligenz aus meiner Ehe ausbrechen lassen. Mit der verbindet mich heute noch eine Freundschaft, doch die Beziehung ging nach vier Jahren auseinander - der Altersunterschied von sechszehn Jahren war nicht verkraftbar. Sie musste erst Karriere machen, ich hatte sie schon hinter mir. Das hat uns tatsächlich belastet. behaupte ich mal.
Und was ist heute? Ich lebe wieder mit meiner Frau zusammen. Es ist eine sehr harmonische Freundschaft, allerdings ohne Sex. Während ich früher noch nach einer entsprechenden Ergänzung gesucht habe, bin ich mittlerweilen sehr passiv geworden. Und ich habe aufgehört, die Kombination zu suchen.
Vielleicht ist es auch einfach eine Funktion des Alters. Ich würde dir wünschen, dass Du Erfolg hast, aber die Wahrscheinlichkeit scheint heutzutage sehr, sehr gering zu sein.
 
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