Interessant wie das Thema Stress jetzt vorallem den Fokus Streit einnimmt. Ev war ich im Eingangspost etwas ungenau insbesondere mit dem Blick auf eine Beziehung. Wenn es um Streitereien und mit dem verbundenen Stress innerhalb einer Beziehung geht , denke ich da zB eher an den lieben Haushalt. Dinge, die sich halt so hinziehen können und sich nicht in einem Moment entladen müssen. Da gibt es kurze Reibungsmomente. "Kannst du jetzt mal bitte endlich das Bad machen, wie abgemacht?" - "nein heut nicht. Das Wetter ist zu schön, ich mag jetzt raus gehen" - "Ja das hast du aber schon letzte Woche gesagt" - "Ja jetzt sag ichs halt nochmals" "Wann machst es?" - "jetzt nerv mich nicht" ich sag nichts mehr und verdreh max die Augen, weil an dieser Stelle gibts nichts mehr sinnvolles zu sagen, und er geht. Solche Situationen, Kommunikation gescheitert (ist jetzt nur ein Beispiel zur Verdeutlichung. Muss man nicht breittreten

). Was mach ich? Das alles in mich hineinfressen und für mich ausmachen?! "Kampf" ist für mich keine Option. Nein, wenns mich arg nervt und belastet, dann red ich mit wem darüber und es geht mir dann wieder besser. Ich kann so zB auch neue Perspektiven einnehmen. Ein Freund gibt mir dann zB einen Hinweis, warum er ev so reagiert. Und schlussendlich such ich danach auch wieder die Nähe zum Partner und auch die Komunikation mit ihm. Wird die aber zu oft abgeblockt (sowohl Nähe wie auch Komunikation), kriselts irgendwann ordentlich, bis hin zu ausgewachsenen Schlafstörungen meinerseits. (Ich merke übrigens erst dann bewusst, dass ich ordentlich gestresst bin).
Andere Situation: Mich stresst etwas in der Arbeit. Wenn ich gestresst bin, gibts nichts lösenderes als mit dem Lieblingsmenschen zu kuscheln und vielleicht kurz noch was an Sorgen abladen. Stresslevel sinkt sofort wieder.
Akute Stresssituationen, da kann man sich nicht zurückziehen, um erst darüber nachzudenken oder gar in die Starre gehen (manche funktionieren aber so). In solchen Situationen laufe ich auf Hochtouren (im Sinne von ich werde höchst funktional). Das ist für mich (ausser in ganz ganz argen Situationen) positiver Stress. Dafür brauche ich keine Bewältigungsstrategien für danach.
Bei direkter mir (oder anderen) entgegengebrachter Agressivität, wo es um mein (oder um andere) leibliches/seelisches Wohl geht, ja da kann dann auch ich mal auf Kampf gehen, aber nur wenn Deeskalation nicht mehr funktioniert. Also eigentlich nie. Reine Flucht, ja wenn ich nur noch Flucht als Option habe, dann nur weil ich isoliert bin und niemanden hätte zum Reden. Passiert auch nie. Natürlich denke ich gerne und oft für mich über x y nach. Brauche auch meine Ruhe für solche Dinge, wie ich jetzt zB mit einem Kind aus der Arbeit besser umgehen könnte aber dann bin ich deswegen nicht im Stressmodus, im Gegenteil.
Irritieren tun mich Menschen, die zwar offensichtlich Stress haben, aber nicht darüber reden mögen oder Sätze anfangen wie: "Mir gehts nicht so gut... aber egal, ich mag jetzt ned darüber reden" "Kann ich sonst was für dich machen?" "Nö, brauch nur meine Ruhe"... Sowas verstehe ich nicht und ich fühl mich dann irgendwie hilflos. Manchmal habe ich auch das Gefühl, da ist bei denen dann auch noch ne andere Motivation dahinter. Sie wollen irgendwie doch gehört/gesehen werden, aber irgendwie doch nicht.
