D
Gast
(Gelöschter Account)
Hab ich mit meiner Interpretation von D_Shades Annahme also falsch gelegen?
Du liegst mit einigen Interpretationen was mich und meine Statements betrifft falsch aber das ist kein Problem und auch nicht Deine Schuld. Wenn nichts anderes zur Verfügung steht als das geschriebene Wort und man beginnt zu interpretieren ohne die Person dahinter zu kennen, dann ist die Fehlerquote nunmal ziemlich hoch. ( manchmal hilft es aber dann doch, das zu lesen was dort steht und nicht das was man gern lesen würde )
Hallo lieber D_Shade,
danke für deine Antwort - die mich natürlich ein bissal enttäuscht. Ich bin hier nicht nur wegen unwichtiger Plaudereien...ich nehme die Themen und meine DiskussionspartnerInnen tatsächlich ernst und mache mir auch Gedanken...über meine Einstellung über die Einstellung anderer, über die Fragestellungen...
Ich habe lediglich angemerkt, dass Foren für mich nicht wichtig sind incl. der darin gestellten Fragen - das heisst aber nicht, dass ich sie nicht ernst nehme. Aber ich werfe wie in sonstigen Plaudereien auch einfach Fragen auf, die mir irgendwo, bei irgendeiner Gelegenheit mal auffallen und über die ich mitunter nachgedacht habe, wenn ich gerade nichts anderes zu tun hatte. " Wichtig " sind für mich ganz andere Dinge - würde ich im Net nur abhandeln was mir " wichtig " ist, wäre ich mit Sicherheit in keinen Forum und schon gar keinem Erotikforum oder ähnlichem.
Hab heute noch etwas länger über diesen Thread nachgedacht und mir ist jetzt klar geworden, warum ich so ein komisches Bauchgefühl bei der Fragestellung habe.
Denn: echte Selbstbestimmung (egal in welcher Hinsicht die gilt) ist per Definition eben nur dann der Fall, wenn jemand über sich selber bestimmen darf, eigene Entscheidungen trifft, die nicht von irgendwelchen Zwängen, Normen, Moralismen, der Meinung (und Be/Verurteilung) anderer etc abhängig sind.
Wie ich es handhabe, habe ich schon gesagt. Ähnlich wie du, wie Bulsara, wie Michelle, wie Donjoe...und trotzdem glaube ich nicht, dass ich deshalb "echt selbstbestimmt" bin und jemand anderer nur unecht oder scheinbar.
Verstehst du meinen Gedanken? Oder versteht sie sonst jemand?[/COLOR]
Jene, die von Dir als Frau beeindruckt sind, werden Deine Gedanken verstehen, keine Sorge
Ich verstehe sie nicht so ganz, bzw. den Bezug zum Thema verstehe ich nicht ganz. Ob es jetzt echte Selbstbestimmung gibt oder ob wir teilweise fremdbestimmt sind ist die eine Sache - ob sich allerdings jemand das mehr oder weniger idealisierend aufgeschnappte Wort der Selbstbestimmung auf den Bauch bindet um seinen Minderwertigkeitskomplex zu verschleiern, der ihn mehr oder weniger zwingt, Dorfmatratze oder Dorfhengst zu spielen oder auch seine / ihre Lebenslüge zu kaschieren, die er / sie Ehe nennt, ist eine ganz andere.
Wobei es aber ja nicht so sein muss ( und das wird in den meisten Fällen auch der Fall sein ) dass der/diejenige weiss, dass gerade sein / ihr Selbstwert über den Jordan geht ( diese Erkenntnis kommt zumeist erheblich später ) und das was er / sie gerade macht nichts mit Selbstbestimmung zu tun hat sondern diese angebliche Selbstbestimmung nur vorgeschoben wird.
Wieviele Frauen und Männer sehen wir denn alle jeden Tag und lernen immer wieder kennen, deren Selbstbewusstsein für jeden Aussenstehenden, der die Person nur annähernd kennt deutlich sichtbar im Keller herumschwirrt. Wie oft kommen diese Personen aus der angeblichen " Selbstbestimmung " und behaupten diese immer noch, egal ob sie in den vergangenen Jahren eine monogame Beziehung oder promiskuitive Zeit hatten. Das Selbstbewusstsein folgt dem Selbstwertgefühl ziemlich unmittelbar - nach oben genauso wie nach unten, dass heisst, in diesen Fällen ist das erste, das zum Teufel gegangen ist, das Selbstwertgefühl.
Wieviele Menschen haben wir denn, die sich für das was sie tun ( vor allem auch im sexuellen Bereich ) bei den verschiedensten Gelegenheiten schämen? Wieviele haben wird denn, die Ihre Aktivitäten in diesem Bereich über ein normales Mass hinaus geheimhalten? Und wie ist das jetzt dann mit Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl in Einklang zu bringen? Mit Selbstbestimmung schon - auch Selbstmord ist eine Art der Selbstbestimmung aber auch mit der Kombination von Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl?
Das ist ein interessanter Ansatz. Denn ich denke, wenn jemamd sich seiner/ihrer Werte bewusst ist und diese BEWUSST zu Gunsten der Triebhaftigkeit oder ähnlicher Motive "reduziert", wie du es nennst, dann reduziert er/sie die Werte aus meiner Sicht nicht, sondern dann ist zB die Triebhaftigkeit oder die Suche nach Bestätigung in der konkreten Situation der höhere Wert. Und wieso soll das schlecht sein?
Ich habe nicht gesagt, dass etwas schlecht ist auch wenn Du es " zwischen den Zeilen liest " - um es ganz klar auszudrücken - wenn sich jemand mitten auf den Wiener Gürtel stellt und sich 14 Tage lang von jedem der vorbeikommt anspucken lässt, dann ist das für mich nichts schlechtes - es ist SEIN Problem, nicht meines - es interessiert mich nicht die Bohne " dass " derjenige das tut aber es interessiert mich vielleicht, warum er das tut.
Ich denke nicht, dass ich in dem komplexen Gesamtsystem des Selbstwertgefühles Einzelteile ausklinken und über andere Teile stellen kann. Der Erfolg, wenn es jemand versucht, ist nicht selten zu beobachten - verschämtes Schweigen wenns jemand mitbekommen hat und Zweifel an einem selbst ob man das jetzt wirklich notwendig gehabt hat. ( was wiederum aber nicht heisst, dass das bei allen der Fall ist )
Wenn ich so nachdenke, irgendwann in meinen frühen 20ern ist es mir einmal passiert, dass ich mit einem Mädel ins Bett bin, mit der ich mich wahrscheinlich in keiner Gesellschaft blicken hätte lassen ( allein schon auf Grund Ihrer Ausdrucksweise ), anschliessend war es mir ein ausserordentlich dringendes Bedürfnis, zu duschen, ganz schnell weit weg zu kommen und die Sache ganz schnell zu vergessen und mich ja damit nicht in Verbindung bringen zu lassen - aus heutiger Sicht schonunglos betrachtet und bewusst hart ausgedrückt - ich wollte den ( von mir damals so empfundenen ) Dreck von mir abwaschen allerdings ohne zunächst zu registrieren, dass ich mich in diesen selbst hineingelegt habe - das Selbstwertgefühl scheint dabei irgendwie vor der Tür gebleiben zu sein - ich hätte damals allerdings auch eine " sexuelle Selbstbestimmung " behaupten können.